Eine deutsche Schande - Hält de Maizière wenigstens – wie es der menschliche Anstand gebieten würde – für eine Sekunde inne? // Wie man Meinung macht -- ein Beispiel für versuchte Manipulation? -- Zwei Meinungen dazu! //

Krater nahe der deutschen Botschaft, der beim Anschlag im Kabuler Diplomatenviertel entstand© Wakil Kohsar/AFP/Getty Images
Afghanistan:
Eine deutsche Schande

Deutschland setzt Abschiebungen nach Afghanistan nur aus, anstatt sie komplett einzustellen. Dabei zeigt der Anschlag von Kabul: Es gibt in dem Land nirgendwo Sicherheit.
Ein Kommentar von Ludwig Greven (ZEIT) 
Politik ist ein oft zynisches Spiel, zumal in Wahlkampfzeiten. Aber die ersten Reaktionen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, des bayerischen CSU-Innenministers Joachim Hermann und anderer Unionspolitiker auf den verheerenden jüngsten Bombenschlag in der afghanischen Hauptstadt, bei dem nicht weit von der deutschen Botschaft mindestens 90* Menschen starben und Hunderte verletzt wurden, lassen einem selbst als abgebrühtem Beobachter den Atem stocken. 
*Anmerkung der Blog-Redaktion > Es sind mittlerweile über 150 bestätigte Tote. 

Hält de Maizière wenigstens – wie es der menschliche Anstand gebieten würde – für eine Sekunde inne? Denkt er wenigstens kurz darüber nach, ob er seinen harten Kurs noch durchhalten kann, nämlich Flüchtlinge als Zeichen der Abschreckung selbst in dieses kriegszerrüttete, anschlagsgeplagte Land zurückzuschicken? Zeigt er wenigstens einen Funken Mitgefühl – mit den Afghanen und den Flüchtlingen von dort, die sich vor einer Zwangsrückkehr in ihre verlorene Heimat fürchten?


Weit gefehlt. Zwar beschloss die Bundesregierung, wegen des weltweiten Entsetzens über die neuerliche islamistische Terror-Großattacke mitten im eigentlich streng geschützten Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt, vorerst keine Flüchtlinge mehr zwangsweise in das Land zurückzuschicken.


Aber sie verhängte keinen endgültigen Abschiebestopp, wie es die Opposition und Flüchtlingsorganisationen schon lange fordern.

Und das, obwohl ihre realitätswidrige Behauptung, in Afghanistan gebe es "sichere" Gebiete, schon vorher nachweisbar eine Lüge war.


Hier der vollständige Artikel von der ZEIT vom 01.06.2017 >>> 

Die Redaktion des Blogs stellt sich vollumfänglich hinter diesen Artikel von Ludwig Greven.

----//----

Wie man Meinung macht - ein Beispiel für versuchte Manipulation?

>Ein Versuch der Analyse<
von Horst Berndt 

Alle Absätze von der >WELT< sind in kursiv gehalten, liebe Leser. 

Dieser Titel ist irreführend >>>



 Mehrheit will Abschiebungen nach Afghanistan fortsetzen



--
Anmerkung > Jetzt kommt der Text bis zur der Stelle, wo die Umfrage beginnt. Ist dann auch alles im Link zum gesamten Artikel zu lesen, den ich am Ende des Artikels eingestellt habe. 
--

Ist es richtig, Abschiebungen nach Afghanistan wegen der Sicherheitslage zu stoppen? Im WELT-Trend zeigt sich, dass dies mehr als die Hälfte der Bürger ablehnt, 40 Prozent sind dafür. Zwei Altersgruppen sind in der Frage gespalten.


Mehr als die Hälfte der Deutschen lehnt eine Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan ab. 56 Prozent der Befragten äußerten sich entsprechend im WELT-Trend, einer repräsentativen Umfrage, die exklusiv vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der WELT erhoben wurde.

Für eine Aussetzung sind hingegen rund 40 Prozent. Nur eine kleine Minderheit von vier Prozent ist in der Frage unentschieden oder traut sich kein Urteil zu.

Nach dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft in Kabul am Mittwoch werden mit Ausnahme von Kriminellen vorerst keine Afghanen mehr von Deutschland aus in ihre Heimat zurückgebracht. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sollten bis spätestens Juli die Sicherheitslage erneut prüfen, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Bis dahin sollten die Abschiebungen auf Straftäter und sogenannte Gefährder begrenzt werden. Freiwillige Rückführungen würden fortgesetzt. Von Deutschland aus kehrten im vergangenen Jahr 3300 Afghanen freiwillig in ihre Heimat zurück. Zudem gab es 67 Abschiebungen; in diesem Jahr liegt die Zahl bei etwas mehr als 100.


Aus dem WELT-Trend geht weiter hervor: Nach Alter betrachtet, sind nur zwei Gruppen in der Frage gespalten. Sowohl bei den 18- bis 29-Jährigen wie bei den ab 65-Jährigen ist jeweils grob die eine Hälfte gegen einen Stopp, die andere Hälfte dafür. In den anderen Altersgruppen gibt es eine klare Präferenz, die Abschiebungen fortzusetzen. Bei den 40- bis 49-Jährigen und bei den 50- bis 64-Jährigen sind besonders viele Befragte dafür, Afghanen weiterhin zurückzubringen (64 beziehungsweise 63 Prozent).

Nach Wahlpräferenz der Teilnehmer betrachtet, ergibt sich wenig überraschend: Anhänger der linksgerichteten Parteien sind mehrheitlich für den Abschiebestopp – bei denen der Grünen sind es 81 Prozent, bei denen der Linkspartei 73 und bei denen der SPD 60 Prozent. Dagegen lehnen 62 Prozent der Unterstützer von CDU/CSU die Aussetzung der Abschiebungen ab. Noch mehr sind es bei den Anhängern von FDP und AfD (69 Prozent beziehungsweise 87 Prozent). Fast drei Viertel der AfD-Anhänger unterstützen die Sicht, dass die Abschiebungen „auf keinen Fall“ ausgesetzt werden sollten.

In Städten befürwortet fast die Hälfte einen Abschiebestopp; in der Gesamtbevölkerung sind es vier von zehn Befragten.


--
Anmerkung > Jetzt kommt der Text, der auf eine Umfrage einen Hinweis gibt. Im Kontext wird hier eindeutig ein Zusammenhang suggeriert, der für aufmerksame Leser sehr offensichtlich ist. Diesen Zusammenhang gibt es aber gar nicht. Wer aufmerksam ist, wird sofort erkennen, dass der Erste Absatz > Zitat > ...
--

"Ist es richtig, Abschiebungen nach Afghanistan wegen der Sicherheitslage zu stoppen? Im WELT-Trend zeigt sich, dass dies mehr als die Hälfte der Bürger ablehnt, 40 Prozent sind dafür. Zwei Altersgruppen sind in der Frage gespalten". 

--
... überhaupt nichts mit der noch laufenden Umfrage zu tun hat. 
Hier wird eindeutig versucht, mit der Art der Darstellung ein bestimmtes Abstimmungsverhalten zu präferieren. Das ist sehr schlechter Journalismus. Anders ausgedrückt, es ist Meinungsmache
--

Bei der Umfrage handelt es sich um eine dauerhaft laufende Befragung. Aus diesem Grund können die hier im Widget angezeigten Ergebnisse von den Ergebnissen im Artikel abweichen.

--
Anmerkung > Hier steht nun die Umfrage. Jetzt wird es fast schon satirisch! Auf der linken Seite der Umfrage, die in zwei Teile eingestellt ist, stehen die sogenannten Rohdaten. Diese Daten verändern sich überhaupt nicht, sind quasi eingefroren - ja, auf einen Stand, liebe Freundinnen und Freunde, der - wie überraschend - dem Welt-Trend (wir erinnern uns) total entgegen kommt, wenn ich das mal so freundlich beschreiben darf. Auf der rechten Seite der Umfrage nennt sich das Ganze dann Repräsentative Ergebnisse. Diese Ergebnisse kann man aber nur wirklich einsehen, wenn man sich bei WELT anmeldet. Ansonsten nicht! - Welch Wunder nun, Satire wieder auf >ON< .... viele unserer Mitstreiter haben sich nun auf die Seite gesetzt und die Zahlen im rechten Bereich der Umfrage ergeben nun ein ganz anderes Bild. Also, die Überschrift wurde damit ad absurdum geführt. Jetzt zum letzten Absatz des Artikels der WELT! 
--

Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das repräsentative Ergebnis die Antworten von 5010 Teilnehmern im Zeitraum 1. bis 2. Juni 2017. Der statistische Fehler der Ergebnisse liegt bei 2,5 Prozent. Es fließen ausschließlich Antworten von online registrierten Nutzern ein. Civey korrigiert Verzerrungen durch ein mehrstufiges Gewichtungsverfahren. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie auf WELT.de oder im Civey-Whitepaper.

-- 

Man kann ja Civey nicht einmal einen Vorwurf machen. 5010 Teilnehmer bildeten also die Basis für diese Umfrage, kein Problem. Eine Erklärung zum befragten Personenkreis wäre vielleicht noch ganz informativ gewesen, geschenkt. Es haben ja laut Stand 14 Uhr am 07.06.2017 schon über 122.000 Menschen abgestimmt. Dann sind 5010 Teilnehmer ja weniger als 5%. 
Wer hier den Artikel einfach mal so überfliegt, was ich nun gar nicht mache, lässt sich mitunter schnell zu einer bestimmten Reaktion verführen. Hier wird etwas suggeriert, was am Ende sogar ins Gegenteil umschlägt. Der Titel >  

DEUTSCHLAND REPRÄSENTATIVE UMFRAGE
Mehrheit will Abschiebungen nach Afghanistan fortsetzen

> ist im Übrigen genau über dem Foto von der Bundeskanzlerin in fetter Schrift präsentiert. UND ACHTUNG > über dem Titel steht der kleine aber doch lesbare Schriftzug >>> 

DEUTSCHLAND REPRÄSENTATIVE UMFRAGE

>>> Ist das jetzt geschickt gemacht oder geschickt gemacht?

Schlussbemerkung > Wer solche Medien liest, um sich zu informieren, der trinkt auch Alkohol, wenn er Durscht hat. Ein Zitat von dem von mir sehr verehrten Claus von Wagner aus der Kabarett-Sendung  >DIE ANSTALT< 

Wer dazu einen Kommentar abgeben will, ist natürlich herzlich willkommen. 
Horst Berndt Juni ´17  


Hier der aktuelle Stand von 18:20 Uhr am 07.06.2017 >>> 


Stand der Abstimmung 07.06.2017 18:20

Hier nun der Link von der WELT zum vergleichen >>> 

Als Ergänzung:
Die Kommentare unter diesem Artikel sind natürlich mal wieder unterirdisch...
Joachim Spehl - 7.6.2017

----//----


----//----

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz.

Kommentare

  1. Wenn jemand diese Umfrage im WELT-Artikel noch ein wenig drehen möchte, ist herzlich eingeladen daran teilzunehmen!
    Repräsentative Umfrage. Lächerlich!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen